Fußball bei FSV Budissa Bautzen

Sichtungstraining der besonderen Art

Budissa Bautzen hatte bereits am letzten Dienstag Gäste von weither. 8 Asylbewerber waren auf den Humboldthain gekommen, 2 davon Tunesier , 6 Lybier. Sie sind zwischen 18 und 26 Jahre alt und erlernen zur Zeit in entsprechenden Kursen die deutsche Sprache. Auf dem Humboldthain wollten sie nun auch ihre fußballerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Der Trainer der U23, Robert Riedel, hat die Gelegenheit genutzt und gleich ein Sichtungstraining daraus gemacht. Aus den Spielern der U23-Mannschaft und den 8 Gästen wurden 2 Teams gebildet, die nach kurzer Erwärmung ein Trainingsspiel absolvierten. Witzig war dabei folgendes: Robert Riedel fragte jeden zu Beginn, was er gut kann und auf welcher Position er am liebsten spielt. Der Einfachheit halber nannten die Gefragten dann die Namen ihrer Idole, was gleichzeitig die Position ergab: Schweinsteiger, Dante, Müller … also alles Bayernspieler. Daraus wurden wiederum der Einfachheit halber die Rufnamen gemacht. Also wurden die Betreffenden dann auch während des Spieles "Dante", "Schweini" oder "Müller" gerufen. Robert Riedel gab seinen U23-Spielern den Auftrag, die 8 Asylbewerber auch vom Feld aus zu beobachten und nachher ihre Einschätzung zu geben. Robert Riedel selbst schaute sich das Spiel von außen an. Es war zu sehen, dass zwei, drei von den Gästen durchaus sehenswert mit dem Ball umgehen konnten und technisch nicht schlecht beschlagen waren, in der Taktik fehlte aber doch ein gewisses Grundverständnis. Nachher ging es an die Auswertung, wobei d der Dolmetscher kräftig mithalf. Von den 8 anwesenden Asylbewerbern lud der Coach 5 zum nächsten Training wieder ein.
Alle 8 wurden während der Trainingseinheit gut aufgenommen und integriert. Weder die eine Seite noch die andere hatte Berührungsängste oder Vorbehalte. So wurde diese Trainingseinheit für alle eine ganz besondere, zudem auch sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Asylbewerber, die nun zumindest für die 5 Auserwählten bald eine Wiederholung erfährt.
Ein Zeichen, dass auch  Fußball als Mannschaftssportart einen kleinen Beitrag zur Integration setzen kann, denn hier zählt weder die Hautfarbe, Herkunft oder die Religion noch das Können des Einzelnen, sondern der Teamgeist.