Der Gegner
Der SSC Weißenfels sicherte sich in der vergangenen Saison souverän die Meisterschaft in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Mit 71 Punkten aus 30 Partien und 13 Zählern Vorsprung auf den SV Dessau 05 gelang der erstmalige Aufstieg in die NOFV-Oberliga Süd. Nach mehreren Jahren in der Spitzengruppe der Verbandsliga belohnten sich die Weißenfelser damit für ihre kontinuierliche Entwicklung.
Nach dem Aufstieg kam es zu einem Wechsel auf der Trainerbank. Trotz der gewonnenen Meisterschaft endete die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Maximilian Oha und Co-Trainer Martin Sichting. Seit dem 1. Juli trägt Marc Barthmuß die Verantwortung für die Mannschaft. Der 30-Jährige war beim Saalesportclub in früheren Jahren bereits als Co- und Interimstrainer tätig und gehörte zuletzt der sportlichen Leitung an.
Der Stamm der Aufstiegsmannschaft blieb weitgehend zusammen und wurde gezielt verstärkt. Mit Tidjane Rafael Sousa Baldé, Georg Böhme, Moritz Ruprecht, Hannes Schneider, Niclas Wiener und Godjes Yeboah kamen mehrere neue Spieler hinzu. Kurz vor dem Ende der Transferperiode verpflichtete der SSC zudem den 19-jährigen Mittelstürmer Daniil Turchyn von der BSG Chemie Leipzig. Jamie-Lee Haufe und Timm Koch verließen den Verein dagegen nach dem Saisonstart.
Sportlich hat sich der Aufsteiger schnell in der neuen Spielklasse zurechtgefunden. Nach sechs Partien steht Weißenfels mit neun Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis von 10:10 auf dem 7. Tabellenplatz. Drei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Im heimischen Stadtstadion verbuchte der SSC bislang einen Sieg und zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 1:6. Auswärts stehen zwei Siege, eine Niederlage und 9:4 Tore zu Buche.
In den jüngsten drei Pflichtspielen zeigte sich die Mannschaft wechselhaft. Beim VfL Halle 1896 setzte sich der Aufsteiger mit 1:4 durch. Martin Dierichen, Till Hafkesbrink, Carlo Purrucker und Elias Rosner erzielten die Treffer für die Gäste. Anschließend verlor der SSC sein Heimspiel gegen den VFC Plauen mit 0:2. Bis zur 75. Minute blieb die Begegnung torlos, ehe Plauen die Partie in der Schlussphase für sich entschied. Zuletzt schied Weißenfels durch eine 4:1-Niederlage beim SV Dessau 05 aus dem Landespokal Sachsen-Anhalt aus. Carlo Purrucker erzielte den einzigen Treffer des Oberligisten.
Die bisherigen zehn Ligatore verteilen sich auf mehrere Spieler. Besonders Martin Dierichen, Till Hafkesbrink, Yannick Luib, Carlo Purrucker und Elias Rosner sorgten bereits für Gefahr. Weißenfels verfügt über Tempo im Umschaltspiel und sucht nach Ballgewinnen schnell den Weg in die Tiefe. Die beiden deutlichen Heimniederlagen gegen Germania Halberstadt und den VFC Plauen zeigen zugleich, dass die Mannschaft Schwierigkeiten bekommen kann, wenn der Gegner kompakt verteidigt und die eigenen Angriffsräume konsequent schließt.
Die Personalsituation
Die Einsätze von Franz Häfner, Theo Schäller, Maximilian Schmidt und Martin Sobe sind verletzungsbedingt weiterhin fraglich. Bei allen vier Spielern gibt es jedoch erste Fortschritte.
Die Bilanz
Die Begegnung am Sonntag ist das erste Pflichtspiel zwischen der FSV Budissa Bautzen und dem SSC Weißenfels.
Die Marschroute
Nach dem 3:2-Heimsieg gegen den VfB Empor Glauchau und dem späten 1:1 beim VfB 1921 Krieschow endete die Serie von vier ungeschlagenen Pflichtspielen am vergangenen Wochenende. In der dritten Runde des Sachsenpokals mussten die „Spree-Budissen“ beim VFC Plauen eine 2:1-Niederlage hinnehmen.
Gegen Weißenfels wird es darauf ankommen, die zuletzt gezeigten guten Phasen über die gesamte Spielzeit auf den Platz zu bringen. Der SSC hat seine bislang stärksten Auftritte in der Oberliga auswärts gezeigt und bestraft offene Räume mit schnellem Umschaltspiel. Die deutliche Pokalniederlage in Dessau hat allerdings gezeigt, dass die Weißenfelser Defensive unter konsequentem Druck verwundbar ist.
Die Dieske-Elf sollte zudem aus den jüngsten Spielverläufen ihre Lehren ziehen. In Krieschow ging der mögliche Auswärtssieg erst in der Nachspielzeit verloren, während in Plauen zwei Gegentreffer die Niederlage im Sachsenpokal besiegelten. Konzentration bis zum Abpfiff, eine stabile Restverteidigung und konsequente Abschlüsse werden daher entscheidend sein. Gelingt es den „Spree-Budissen“, die Kontrolle zu behalten und die Umschaltstärke der Gäste einzudämmen, bietet sich auf der heimischen Müllerwiese die Gelegenheit, den nächsten wichtigen Oberliga-Sieg einzufahren.