Der Gegner
Der VfB Empor Glauchau geht in seine zweite Oberliga-Saison. Als Aufsteiger erreichte die Mannschaft von Cheftrainer Nico Quade in der vergangenen Spielzeit mit 40 Punkten und einem Torverhältnis von 46:52 den neunten Tabellenplatz. Der Klassenerhalt wurde bereits mehrere Spieltage vor dem Saisonende gesichert.
Im Sommer blieb das Gerüst der Mannschaft weitgehend erhalten. Insbesondere die Vertragsverlängerung mit Luis Werrmann war für die Glauchauer von Bedeutung. Der Angreifer erzielte in seiner ersten Oberliga-Saison zehn Treffer und war damit der erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft. Verstärkt wurde der Kader unter anderem mit Innenverteidiger Tom Fischer vom FC Eilenburg sowie den beiden Nachwuchsspielern Cedric Wimmer und Levi Klose aus der U19 des Chemnitzer FC.
Gleichzeitig verlor der VfB mehrere erfahrene Kräfte. Die Leihe von Offensivspieler Randolf Riesen endete, während Jonas Mack und Marian Albustin ihre aktive Laufbahn beendeten. Mack ist inzwischen als sportlicher Leiter tätig. Albustin wechselte in den Trainerstab und unterstützt Nico Quade gemeinsam mit den weiteren Co-Trainern.
Der Start in die neue Spielzeit verlief für die Westsachsen ergebnistechnisch enttäuschend. Nach drei Niederlagen steht der VfB mit einem Torverhältnis von 2:8 und ohne Punkt auf dem 14. Tabellenplatz. Die Resultate spiegeln die gezeigten Leistungen allerdings nur teilweise wider. Beim favorisierten ZFC Meuselwitz erwischte Glauchau einen mutigen Start und traf in den ersten zehn Minuten zweimal das Aluminium. Nach einer torlosen ersten Halbzeit sorgten ein verwandelter Strafstoß und ein später Konter dennoch für die 0:2-Niederlage.
Im ersten Heimspiel geriet die Quade-Elf gegen Germania Halberstadt früh mit 0:2 in Rückstand. Tom Fischer verkürzte unmittelbar nach der Pause, doch die Gäste entschieden die Begegnung mit zwei weiteren Treffern zum 1:4. Auch am vergangenen Sonntag blieb eine Führung unbelohnt. Quentin Fraulob brachte die Glauchauer beim VfL Halle 96 kurz vor der Pause in Front. Nach dem Seitenwechsel glich Halle zunächst aus und drehte die Partie durch einen Strafstoß zum 2:1-Endstand.
Damit kassierte der VfB sechs seiner bisherigen acht Gegentreffer nach der Pause. Zugleich haben die Auftritte in Meuselwitz und Halle gezeigt, dass die Mannschaft trotz des Fehlstarts jederzeit gefährlich werden kann. Glauchau agiert kompakt, sucht nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorn und verfügt mit Werrmann, Lucien Hertel und Finn Hetzsch über bewegliche Offensivspieler.
Die Personalsituation
Das Trainerteam um Cheftrainer Steve Dieske und die beiden Co-Trainer Eric Prentki und Franz-Josef Zech muss weiterhin auf Theo Schäller verzichten. Der 20-Jährige fällt aufgrund seiner Schambeinentzündung aus. Ebenfalls nicht zur Verfügung steht Eddi Hoferichter, der sich einen Kahnbeinbruch zugezogen hat.
Nicht zur Verfügung stehen außerdem Franz Häfner und Martin Sobe. Häfner fällt aufgrund muskulärer Probleme aus. Sobe musste bereits im Heimspiel gegen den VfB Auerbach nach 19 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden und kann ebenfalls nicht eingesetzt werden.
Die Bilanz
Bislang standen sich die FSV Budissa Bautzen und der VfB Empor Glauchau in drei Pflichtspielen gegenüber. Beide Vereine gewannen jeweils eine Begegnung, einmal wurden die Punkte geteilt. Auch das Torverhältnis ist mit 3:3 vollkommen ausgeglichen. Das bevorstehende Aufeinandertreffen ist das erste Duell beider Mannschaften im Sachsenpokal.
Die jüngste Begegnung fand am 8. März auf der Müllerwiese statt. Budissa bestimmte zunächst über weite Strecken das Geschehen und ging kurz vor der Pause durch einen von Felix Hennig verwandelten Foulelfmeter in Führung. Nach dem Seitenwechsel drehten Louis Gaida und Lucien Hertel die Partie zugunsten der Gäste. Die „Spree-Budissen“ drängten in der Schlussphase auf den Ausgleich und trafen unter anderem die Latte, mussten sich am Ende jedoch mit 1:2 geschlagen geben.
Die Marschroute
Beide Mannschaften wollen den Pokal nutzen, um ihren durchwachsenen Ligastart hinter sich zu lassen. Während Glauchau nach drei Niederlagen noch auf den ersten Punkt wartet, steht die FSV nach dem 2:5 gegen den FC Eilenburg, dem torlosen Unentschieden in Rudolstadt und der 0:3-Heimniederlage gegen den VfB Auerbach bei einem Zähler.
Die vergangenen Auftritte liefern dabei eine klare Aufgabenstellung. Gegen Eilenburg wurde Budissa nach Ballverlusten mehrfach durch schnelles Umschaltspiel bestraft. In Rudolstadt stand die Mannschaft defensiv wesentlich kompakter, entwickelte nach vorn jedoch zu wenig Durchschlagskraft. Gegen Auerbach hielt die Dieske-Elf das Spiel bis zur 75. Minute offen, kassierte anschließend aber innerhalb von elf Minuten drei Gegentreffer.
Gegen die konterstarken Glauchauer gilt es deshalb, im eigenen Ballbesitz konsequent abzusichern und unnötige Ballverluste im Zentrum zu vermeiden. Gleichzeitig darf Budissa dem Gegner nicht gestatten, durch eine frühe Führung Sicherheit zu gewinnen. Gefragt sind ein aktiver Zugriff auf die zweiten Bälle, klare Abläufe im Spiel nach vorn und mehr Entschlossenheit im letzten Drittel.
Die Glauchauer Ergebnisse zeigen zudem, dass Geduld ein wichtiger Faktor sein kann. Alle drei bisherigen Partien waren zur Halbzeit noch offen, ehe der VfB nach dem Seitenwechsel insgesamt sechs Gegentreffer hinnehmen musste. Die „Spree-Budissen“ müssen daher über die gesamte Spielzeit konzentriert bleiben und ihre eigenen Druckphasen konsequenter nutzen. In einem Duell zweier Ligakonkurrenten entscheiden voraussichtlich Kleinigkeiten – und anders als im Oberliga-Alltag zählt am Sonntag nur das Weiterkommen.