Der Gegner
Der VfB Empor Glauchau absolviert seine zweite Oberliga-Saison. Als Aufsteiger belegten die Westsachsen in der vergangenen Spielzeit mit 40 Punkten und einem Torverhältnis von 46:52 den neunten Tabellenplatz und sicherten sich frühzeitig den Klassenerhalt.
Sportlich verlief der Start in die neue Spielzeit bislang nicht nach Wunsch. Nach vier Oberligapartien wartet der VfB noch auf seinen ersten Sieg und belegt mit einem Punkt sowie einem Torverhältnis von 3:9 den 14. Tabellenplatz. Die Ergebnisse spiegeln die Leistungen allerdings nicht immer vollständig wider. Glauchau agierte zuletzt kompakt, schaltete nach Ballgewinnen schnell um und verfügt mit Luis Werrmann, Lucien Hertel und Finn Hetzsch über bewegliche Offensivspieler.
Unmittelbar vor dem Duell auf der Müllerwiese gibt es beim VfB allerdings eine entscheidende personelle Veränderung: Am Mittwoch gab der Verein die sofortige Trennung von Cheftrainer Nico Quade bekannt. Eine Interimslösung oder ein Nachfolger wurde bislang nicht präsentiert. Damit ist aktuell noch offen, wer die Mannschaft am Sonntag in Bautzen betreuen wird. Ebenso bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang sich der Trainerwechsel bereits auf die taktische Ausrichtung der Westsachsen auswirken wird.
In den vergangenen drei Pflichtspielen musste sich Glauchau zunächst beim VfL Halle 1896 mit 1:2 geschlagen geben. Quentin Fraulob brachte die Gäste kurz vor der Pause in Führung, ehe Halle die Begegnung im zweiten Durchgang drehte. Anschließend folgte das Pokalduell auf der Müllerwiese. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Florian Hähnel hielt Glauchau die Partie bis in die Schlussphase offen, unterlag der FSV jedoch mit 1:3.
Am vergangenen Sonntag erkämpften sich die Westsachsen gegen den VFC Plauen ihren ersten Ligapunkt. Nach dem Rückstand in der 28. Minute drängte Glauchau im zweiten Durchgang auf den Ausgleich und wurde spät belohnt: Lucien Hertel traf in der 87. Spielminute zum 1:1-Endstand. Der VfB hat damit erneut gezeigt, dass die Mannschaft bis zum Schluss gefährlich bleibt und auch nach Rückständen nicht aufsteckt.
Die Personalsituation
Das Trainerteam um Cheftrainer Steve Dieske und die beiden Co-Trainer Eric Prentki und Franz-Josef Zech muss am Sonntag auf mehrere Spieler verzichten. Franz Häfner und Maximilian Schmidt können aufgrund anhaltender muskulärer Probleme nicht mitwirken.
Theo Schäller steht wegen einer Schambeinentzündung weiterhin nicht zur Verfügung. Auch Martin Sobe fehlt aufgrund seiner Blessur am Knie und wird voraussichtlich noch drei bis fünf Wochen pausieren müssen. Steve Schröder kann aus privaten Gründen ebenfalls nicht eingesetzt werden.
Die Bilanz
Die kommende Begegnung ist das fünfte Pflichtspiel zwischen der FSV Budissa Bautzen und dem VfB Empor Glauchau. Die Bilanz spricht inzwischen knapp für die „Spree-Budissen“: Zwei Partien gewann Budissa, einmal setzte sich Glauchau durch und eine Begegnung endete unentschieden. Das Torverhältnis lautet 6:4 zugunsten der FSV.
Das jüngste Aufeinandertreffen liegt erst zwei Wochen zurück. In der zweiten Runde des Sachsenpokals setzte sich Budissa auf der Müllerwiese mit 3:1 durch. Karl-Ludwig Zech brachte die Gastgeber nach einer gelungenen Kombination in Führung, ehe Florian Hähnel nur sechs Minuten später für Glauchau ausglich.
Lange blieb die Pokalpartie offen. Erst in der Schlussphase sorgte Johann Weiß mit einem Kopfball nach einer Ecke für das 2:1. In der Nachspielzeit schloss Maximilian Noack einen Konter sehenswert zum 3:1-Endstand ab und machte den Einzug in die dritte Pokalrunde perfekt.
Die Marschroute
Die vergangenen drei Pflichtspiele haben gezeigt, dass die „Spree-Budissen“ auch in schwierigen Situationen Lösungen finden können. Gegen den VfB Auerbach hielt Budissa die Partie bis zur 75. Minute offen, kassierte anschließend jedoch innerhalb kurzer Zeit drei Gegentreffer. Im Pokal gegen Glauchau blieb die Mannschaft geduldig und entschied das ausgeglichene Duell mit zwei späten Toren für sich. Beim 2:2 in Wernigerode bewies die Dieske-Elf erneut Moral: Nach der Führung durch Dženan Hot und einem zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand rettete Len-Robin Mende in der 87. Minute einen Punkt.
Die kurzfristige Veränderung auf der Glauchauer Trainerposition bringt für die Vorbereitung einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor mit sich. Zwar liefern die vergangenen Begegnungen klare Anhaltspunkte über Spielweise, Stärken und Schwächen des Gegners, dennoch muss Budissa darauf vorbereitet sein, dass Glauchau am Sonntag personell oder taktisch verändert auftreten könnte.
Unabhängig davon wird es gegen die schnellen Glauchauer Offensivspieler darauf ankommen, den eigenen Ballbesitz konsequent abzusichern und Ballverluste im Zentrum zu vermeiden. Der Pokalerfolg darf dabei nicht zu falscher Sicherheit führen. Der VfB hielt die Begegnung bis in die Schlussminuten offen und hat mit dem späten Ausgleich gegen Plauen zuletzt einen Punkt erkämpft.
Budissa muss deshalb früh Kontrolle entwickeln, die zweiten Bälle sichern und Glauchaus Umschaltspiel bereits im Ansatz unterbinden. Im eigenen Angriffsspiel sind klare Abläufe und Entschlossenheit im letzten Drittel gefragt. Gerade angesichts der angespannten Personalsituation wird zudem eine geschlossene Mannschaftsleistung über die gesamte Spielzeit entscheidend sein.
Beide Teams warten in der Oberliga noch auf ihren ersten Saisonsieg. Mit Geduld, hoher Konzentration und der nötigen Konsequenz vor dem Tor wollen die „Spree-Budissen“ den Pokalerfolg bestätigen und auf der heimischen Müllerwiese den ersten Liga-Dreier einfahren.