FSV Budissa Bautzen

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03.10.2026 - 14:00 Uhr

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FSV Budissa Bautzen
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Sonntag, 11.10.2026 - 14:00 Uhr

Oberliga

FSV Budissa Bautzen
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Sonntag, 18.10.2026 - 14:00 Uhr

Oberliga

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FSV Budissa Bautzen
:

Kabinentalk mit den jungen Wilden:

Vier Jungs, vier Wege, ein Ziel

Ihr seid einmal 17 und dreimal 19 Jahre alt und gehört bereits zum Oberliga-Kader. Fühlt ihr euch in der Kabine überhaupt noch als die „jungen Wilden“ – oder spielt das Alter dort eigentlich keine große Rolle mehr?

Lorenz Bagusch: Natürlich gibt es innerhalb einer Mannschaft eine gewisse Rangordnung. Das wissen wir und das ist auch gut so. Trotzdem läuft in der Kabine alles auf Augenhöhe ab. Wir sind ein Team, jeder hat seine Rolle und jeder trägt seinen Teil dazu bei. Da spielt das Alter am Ende keine große Rolle.
 
Maximilian Noack: Klar wissen wir, dass wir zu den Jüngsten gehören. Aber spätestens auf dem Trainingsplatz interessiert das eigentlich niemanden mehr. Dort müssen wir uns genauso beweisen wie alle anderen. Wir bekommen unsere Chancen, müssen aber auch zeigen, dass wir sie verdient haben. Genau das macht es für uns so reizvoll.

Der Schritt in den Männerfußball ist nicht nur sportlich, sondern gerade körperlich ein großer. Was war für euch die größte Umstellung?

Len Mende: Die Körperlichkeit ist schon eine andere. Im Männerbereich bekommst du weniger Zeit, die Zweikämpfe werden konsequenter geführt und Fehler werden schneller bestraft. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Aber genau diese Spiele bringen einen auch weiter.

Lorenz Bagusch: Ich kannte den Männerfußball schon, aber die Oberliga ist noch einmal ein anderes Niveau. Das Tempo ist höher und du musst in jeder Situation voll da sein. Gerade in den ersten Wochen merkt man, woran man noch arbeiten muss.

Len, du hast selbst im Budissa-Nachwuchs gespielt, bist anschließend über Dynamo Dresden und Borea Dresden gegangen und im Sommer nach Bautzen zurückgekehrt. War das für dich trotzdem ein Stück weit ein Nach-Hause-Kommen?

Len Mende: Auf jeden Fall. Ich kenne den Verein und einige Leute noch aus meiner ersten Zeit hier. Natürlich hat sich seitdem einiges verändert und ich selbst habe mich auch weiterentwickelt. Aber Budissa war für mich nie komplett weg. Deshalb war es schön, zurückzukommen und jetzt die Chance bei den Männern zu bekommen.

Lorenz, bei dir ist es genau andersherum: Du bist der einzige der vier, der vorher noch nie für Budissa gespielt hat. Wie schnell bist du hier angekommen?

Lorenz Bagusch: Eigentlich ziemlich schnell. Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Natürlich muss man sich sportlich erst einmal an alles gewöhnen und seinen Platz finden. Aber ich hatte nie das Gefühl, außen vor zu sein.

Maximilian, du bist bereits seit 2018 bei Budissa, hast den eigenen Nachwuchs durchlaufen und in der vergangenen Saison erste Erfahrungen bei den Männern gesammelt. Merkst du heute einen Unterschied zu deinen ersten Oberliga-Minuten?

Maximilian Noack: Definitiv. Mittlerweile weiß ich besser, was mich erwartet und was auf diesem Niveau verlangt wird. Dadurch geht man mit einem anderen Selbstverständnis ins Training und auch in die Spiele.

Eddi, bei dir ist der Übergang besonders fließend: Du bist erst 17, läufst mitunter noch für unsere U19 auf, trainierst aber bereits bei den Männern und hast deine ersten Oberliga-Minuten gesammelt. Wie erlebst du diesen Spagat zwischen Nachwuchs- und Männerfußball?

Eddi Hoferichter: Das ist schon eine besondere Situation. Bei der U19 spiele ich mit Jungs in meinem Alter und bei den Männern stehe ich plötzlich mit Spielern auf dem Platz, die teilweise schon viele Jahre Erfahrung haben. Die Unterschiede merkt man natürlich, gerade bei Tempo und Körperlichkeit. Für mich ist das aber eine riesige Chance. Jede Einheit und jede Minute bei den Männern hilft mir, mich weiterzuentwickeln.

Len, in Wernigerode hast du spät zum 2:2 getroffen. Dein erstes Oberliga-Tor für Budissa – und dann gleich ein wichtiges. Was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?

Len Mende: In dem Moment eigentlich gar nicht so viel. Man sieht den Ball reingehen und freut sich einfach. Dass es dann auch noch mein erstes Tor für Budissa bei den Männern war und uns einen Punkt gebracht hat, macht es natürlich umso schöner. So einen Moment vergisst man nicht so schnell.

Lorenz, wenig später durftest auch du über deinen ersten Oberliga-Treffer für Budissa jubeln. Wie hast du das Tor gegen Glauchau erlebt?

Lorenz Bagusch: Das war natürlich ein richtig gutes Gefühl. Das erste Tor für einen neuen Verein ist immer etwas Besonderes – und dann noch zu Hause auf der Müllerwiese. In erster Linie war aber wichtig, dass wir an diesem Tag endlich den ersten Ligasieg holen konnten.

Maximilian, gegen Glauchau hast du innerhalb von zwei Wochen gleich zweimal als Einwechselspieler getroffen: im Pokal zum 3:1 und anschließend in der Liga zum entscheidenden 3:2. Entwickelt sich Glauchau langsam zu deinem Lieblingsgegner?

Maximilian Noack: (lacht) Dafür sind zwei Spiele wahrscheinlich noch ein bisschen wenig. Aber natürlich erinnere ich mich gern daran. Gerade das 3:2 in der Liga war ein besonderer Moment, weil es am Ende das entscheidende Tor war. Solche Erlebnisse geben einem als jungen Spieler natürlich Selbstvertrauen. Trotzdem weiß ich, dass zwei Tore noch gar nichts bedeuten und ich weiter hart arbeiten muss.

Ihr bekommt trotz eures jungen Alters eure Möglichkeiten. Wie erlebt ihr Steve Dieske im Umgang mit jungen Spielern?

Eddi Hoferichter: Ich finde gut, dass man das Vertrauen bekommt, aber gleichzeitig nichts geschenkt wird. Nur weil man jung ist, bedeutet das nicht automatisch, dass man spielen darf. Man muss sich im Training zeigen und seine Chancen nutzen. Genau das hilft einem bei der Entwicklung.

Len Mende: Er spricht viel mit uns und sagt auch klar, woran wir arbeiten müssen. Gleichzeitig behandelt er uns als Teil der Mannschaft. Wenn man auf dem Platz steht, zählt nicht mehr, ob man 19 oder 29 ist. Dann muss man seine Aufgabe erfüllen.

Neben euch stehen Spieler, die schon viele Jahre Erfahrung im Männerfußball gesammelt haben. Wie wichtig sind die älteren Jungs für eure Entwicklung?

Lorenz Bagusch: Sehr wichtig. Man kann sich gerade im Training viel abschauen: wie sie Situationen lösen, wie sie kommunizieren oder wie sie sich auf Spiele vorbereiten. Und wenn etwas nicht funktioniert, bekommt man auch mal einen Hinweis. Das hilft enorm.

Maximilian Noack: Gerade wenn man aus dem Nachwuchs kommt, sind solche Spieler wichtig. Im Jugendfußball kann man vieles noch über Talent oder Tempo lösen. Im Männerbereich gehören viel mehr Dinge dazu. Von den erfahrenen Jungs kann man deshalb eigentlich jeden Tag etwas lernen.

Jetzt müsst ihr ehrlich sein: Freut man sich besonders, wenn einer der anderen jungen Spieler seine Chance bekommt – oder gibt es unter euch durchaus auch Konkurrenz?

Len Mende: Natürlich gibt es Konkurrenz. Jeder von uns möchte spielen und möglichst viele Minuten bekommen. Aber das heißt ja nicht, dass man dem anderen nichts gönnt. Im Gegenteil: Wenn einer von uns reinkommt, ein gutes Spiel macht oder sogar trifft, freut man sich mit ihm.

Maximilian Noack: Konkurrenz gehört im Fußball immer dazu – nicht nur zwischen uns vier. Am Ende kämpfen wir alle um unsere Einsatzzeiten. Ich glaube aber schon, dass man sich besonders freut, wenn ein anderer junger Spieler seine Chance nutzt, weil man ziemlich genau weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt.

Drei von euch haben selbst im Budissa-Nachwuchs gespielt. Wenn heute ein 14- oder 15-Jähriger im Humboldthain trainiert, euch bei den Männern sieht und selbst davon träumt, irgendwann auf der Müllerwiese aufzulaufen: Was würdet ihr ihm sagen?

Eddi Hoferichter: Einfach dranbleiben und jede Trainingseinheit nutzen. Ich bin selbst noch ganz am Anfang und weiß, wie schnell es gehen kann. Gleichzeitig darf man nicht denken, dass etwas von allein passiert. Man muss bereit sein, viel dafür zu tun.

Maximilian Noack: Vor allem Geduld haben. Nicht immer läuft alles sofort so, wie man es sich wünscht. Wenn man aber kontinuierlich arbeitet und seine Chancen nutzt, gibt es bei Budissa definitiv einen Weg aus dem Nachwuchs in die 1. Mannschaft.

Zum Abschluss: Ihr seid alle noch ganz am Anfang eurer Laufbahn. Vervollständigt bitte jeder einen Satz: „In einem Jahr möchte ich …“

Lorenz Bagusch: … nicht mehr darüber sprechen, dass ich neu in der Oberliga bin, sondern gezeigt haben, dass ich auf diesem Niveau dauerhaft bestehen kann.

Eddi Hoferichter: … verletzungsfrei sein und den Spagat zwischen U19 und Männern hinter mir gelassen haben – mit möglichst vielen Oberliga-Minuten auf dem Konto.

Len Mende: … den nächsten Schritt gemacht und mir einen festen Platz in der Mannschaft erarbeitet haben. Am liebsten mit ein paar weiteren Toren wie in Wernigerode.

Maximilian Noack: … nicht mehr nur als Joker für wichtige Tore gut sein, sondern noch häufiger von Beginn an auf dem Platz stehen.